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Stefanie Voß ist Klimaschutzmanagerin in der Kreisverwaltung

Stefanie Voß vor einem Brenner der Pelletheizung in der Limesschule.

Der demografische Wandel fordert uns heraus: In den nächsten zehn Jahren werden 40 Prozent der derzeit Beschäftigten der Kreisverwaltung in den Ruhestand treten. „Damit der öffentliche Dienst auch in Zukunft leistungsfähig ist, suchen wir dauernd nach geeigneten Nachwuchskräften, die in diese Lücke stoßen“, sagt Joachim Arnold, Landrat des Wetteraukreises und Personaldezernent der Kreisverwaltung. „Die Arbeit bei uns ist keineswegs so trocken, wie viele junge Leute meinen. Im Gegenteil. Wir haben vielfältige Jobs für vielfältige Menschen“, sagt Arnold und kündigt eine Presseserie an: „In den nächsten Wochen werden wir eine ganze Reihe von interessanten Stellen vorstellen und die Menschen, die diese Arbeit machen.“

Klimawandel und Klimaschutz sind beide Themen, die regelmäßig im November eines Jahres Konjunktur haben. Dann findet die weltweite Klimaschutz- Konferenz statt. Stefanie Voß sorgt als Klimaschutzmanagerin in der Kreisverwaltung dafür, dass diese Themen auch in den anderen elf Monaten nicht vergessen werden.

Der Wetteraukreis verwaltet 88 Schulen, zahlreiche Verwaltungsgebäude, sowie Wohnheime. Sie alle verbrauchen viel Strom und Wärme und werden von ganz unterschiedlichen Gruppen genutzt. Um den Energiebedarf und die damit verbundenen Klimagase zu senken, ist Stefanie Voß also auf die Mithilfe von anderen angewiesen.

Notwendig ist eine ganze Menge Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft, je nachdem, mit wem sie es zu tun bekommt, helfen Fakten oder aber auch ein persönliches Gespräch. Klimaschutz ist keine gesetzliche Pflichtaufgabe – hier geht es nur mit Überzeugung.

Stefanie Voß berichtet von einem Gespräch mit Schulleitern zum Thema Energiesparen. Bei diesem Programm geht es darum, einen Teil der eingesparten Energiekosten den Schulen zukommen zu lassen, und sie so zum Energiesparen zu motivieren. Zunächst seien die meisten eher skeptisch gewesen. Mittlerweile könne sie sich vor Anfragen kaum retten und müsse die Schulen auf die nächsten Jahre vertrösten.

Kurzfristige Ergebnisse lassen sich so oft nicht realisieren. „Wichtig ist, dranzubleiben und sich an langfristigen Zielen zu orientieren. Ohne eigene Überzeugung, dass die Arbeit richtig und wichtig ist, würde es nicht funktionieren Umso schöner ist es, wenn dann tatsächlich Fortschritte sichtbar werden“, erläutert Voß.

Ermutigend seien die Erfahrungen aus der Arbeit mit Grundschulklassen. Dort führt der Wetteraukreis gemeinsam mit Berufsschülern Energiesparchecks durch, im Sachkundeunterricht beschäftigen sich die Grundschülerinnen und Grundschüler mit den Grundlagen der Energieerzeugung sowie der Energieeinsparung. Stefanie Voß erinnert sich daran, wie ein Schüler in der Abschlussrunde das Projekt als den „geilsten Sachkundeunterricht, den ich je hatte“ beschrieb.

Neben der Herausforderung Menschen von einer Verhaltensänderung zu überzeugen, steht Stefanie Voß beruflich immer wieder vor der Herausforderung, sich mit technischen Zusammenhängen zu beschäftigen. Insbesondere Kenntnisse im Bereich Elektrotechnik sind in dem Berufsbild Klimaschutzmanager unabdingbar.

Klimaschutzmanagerin ist ein neuer Beruf

Wie kam Stefanie Voß nun zum Beruf der Klimaschutzmanagerin? Zum Ende ihres Studiums der Geografie interessierte sie sich zunehmend für den Klimawandel. Gelegen kam ihr, dass die Bundesregierung als Teil des Klimaschutzes in Deutschland ein Programm zur Förderung kommunaler „Kümmerer“ auflegte, das dazu beitragen sollte, dass die kommunal erzeugten Emissionen auch vor Ort vermindert werden konnten. Damit wurde der Beruf des Klimaschutzmanagers erst geschaffen.

Dieses Berufsbild vor Augen absolvierte sie nach dem Studium noch eine Weiterbildung zum Thema Klimaschutz und Ressourcenmanagement bei der Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung in Witzenhausen, bevor sie sich beim Wetteraukreis bewarb und genommen wurde.

„Bereut habe ich die Entscheidung, diesen Beruf zu ergreifen, nie. Da kann ich sehr frei entscheiden, welche Projekte ich umsetzen möchte, arbeite viel konzeptionell und mit Partnern auch außerhalb der Verwaltung zusammen. Ich übernehme aber auch klassische Verwaltungsaufgaben, wie Auftragsvergaben, Fördermittelakquise und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“, berichtet die Klimaschutzmanagerin.

Nach getaner Arbeit wandert sie gerne im Taunus oder unternimmt eine ausgiebige Fahrradtour.

Tag der offenen Tür in der Kreisverwaltung

Wer sich für die Ausbildung und die Arbeit in der Kreisverwaltung interessiert, sollte sich den Tag der offenen Tür am Mittwoch den 16. August vormerken. Besonders Schulabgänger sollen an diesem Tag angesprochen werden. Für sie gibt es in der Zeit von 9 bis 17 Uhr eine ganze Reihe von interessanten Angeboten

veröffentlicht am: 09.08.2017

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