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Die Klimaschutzziele des Wetteraukreises

Die „Klimaschutzziele des Wetteraukreises“ wurden am 27.05.2009 vom Kreistag des Wetteraukreis beschlossen:

Klimaschutzziel 1

„Für die kreiseigenen Gebäude werden als Entscheidungsgrundlage für alle investiven Maßnahmen Wärmeschutznachweise nach der jeweils gültigen Energiesparverordnung(EnEV) erstellt.“

Klimaschutzziel 2

„Für alle kreiseigenen Gebäude wird als Ziel formuliert bis zum Jahr 2020 den Energieverbrauch (Wärme, Wasser und Strom) um mindestens 30 % zu senken. Beste Beispiele für Energieeinsparmaßnahmen werden jährlich herausgestellt.“

Klimaschutzziel 3

„Alle neuen eigenständigen, kreiseigenen Gebäude werden geplant und gebaut mit der Zielsetzung, Passivhausstandard zu erreichen. Bei Erweiterungs- und Anbauten ist die jeweils aktuelle EnEV der Maßstab, diese ist soweit wirtschaftlich vertretbar zu unterschreiten. Entscheidungsgrundlage sind die vorhersehbaren Gesamtheizkosten unter Berücksichtigung der Anlagenkosten sowie der Brennstoffkosten bezogen auf Abschreibungsdauer der Heizungsanlage.  Für jeden Umbau / Neubau werden bei Beschlussvorlage im Kreistag die Energieeinsparungen im Vergleich zum Bestand benannt. Bei Neu-, Erweiterungs- und Anbauten ist die Wirtschaftlichkeit als Ausführung in Passiv bzw. Energie-Plus-Ausführung sowie die thermische Trennung zu bestehenden Gebäudeteilen zu überprüfen.“  

Klimaschutzziel 4

„Alle anstehenden Heizungsmodernisierungen kreiseigener Gebäude werden auf den Einsatz von biogenen Brennstoffen, Geothermie, Solarthermie und BHKW‘s geprüft. Entscheidungsgrundlage ist die wirtschaftlichste Anlageform auf Basis der derzeit abschätzbaren Gesamtheizkosten unter Berücksichtigung der Anlagekosten sowie der Brennstoffkosten bezogen auf die Abschreibungsdauer der Heizungsanlage.“

Klimaschutzziel 5

„a) Alle Dächer kreiseigener Gebäude werden bis 2010 auf Eignung für Solaranlagen (Photovoltaik und/oder Solarthermie) überprüft. Geeignete Dachflächen werden schnellstmöglich mit Solaranlagen ausgestattet. Finanzierungsmodelle sind in unterschiedlichster Weise (Contracting, Beteiligungen, Bürgersolaranlagen o. a.) zu nutzen.

b) Die Beleuchtung aller kreiseigener Gebäude wird auf Effizienz überprüft.“

Klimaschutzziel 6

„Alle im Einflussbereich des Wetteraukreises stehenden BHKW werden mit Biogas, primär aus regionaler Erzeugung versorgt.“

Klimaschutzziel 7

„Der Wetteraukreises nutzt (least) weiterhin nur verbrauchseffiziente Dienstwagen. Für Umstellung auf klimafreundlichere Kraftstoffe wie Bioethanol, Bioerdgas oder Autogas oder künftige neue Kraftstoffe (BTL) ist deren ortsnahe Verfügbarkeit mitentscheidend. Durch das Fahrzeugleasing mit kurzen Jahresfristen wird eine schnelle Umstellung gewährleistet.“

Klimaschutzziel 8

„Der Wetteraukreis qualifiziert für die Liegenschaften in seiner Verantwortlichkeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Umwelt- und Klimaschutzberatern, besonders für die Bereiche Einsparpotenziale und Nutzerverhalten. Die Umwelt- und Klimaschutzberater sensibilisieren die Nutzer für ein energieeffizientes Verhalten und überwachen die Umsetzung von internen Energieeinsparvorgaben. Diese Maßnahmen sollen ohne personalkostenwirksame Stellenmehrungen umgesetzt werden.“

Klimaschutzziel 9

„Der Wetteraukreis erstellt für die in seiner Verantwortlichkeit befindlichen Liegenschaften eine Dienstanweisung für den sparsamen Umgang mit Strom, Wärmeenergie und Wasser und gibt konkrete Richtwerte und Verhaltensregeln vor.“

Klimaschutzziel 10

„Der Wetteraukreis erstellt jährlich einen Energiebericht, der die jährlichen Verbrauchsdaten (Strom-Wasser-Wärme), Mengenstruktur der Energieträger, Gesamtkosten sowie die Co2 -  Emissionen und richtungweisende Einzelmaßnahmen darstellt.“

Klimaschutzziel 11

„Der Wetteraukreis strebt bei der Aufstellung und Fortschreibung von Raumordnungsplänen eine klimaschützend ausgerichtete Flächennutzungsplanung und Reduzierung der Flächeninanspruchnahme an. Eine solche Zielsetzung dient zum Einen dem Schutz der Sicherung und der nachhaltigen Weiterentwicklung der Raumstruktur des Wetteraukreises (Siedlungs-, Verkehr- und Freiraumstruktur). Zum Anderen soll sie natürlich Ressourcen schützen und sichern (z. B. Überschwemmungsgebiete, Trinkwasserschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Kaltluftschneisen usw.) und die Nutzung der natürlichen Ressourcen planen und steuern. Der Wetteraukreis wirkt bei der Aufstellung und Fortschreibung von Raumordnungsplänen darauf hin, dass die Realisierung von Vorhaben und Nutzung erneuerbarer Energien als ein überragendes Interesse von besonderer Bedeutung eingestuft wird und mit der entsprechenden Gewichtung in der Abwägung zu berücksichtigen ist (sog. Optimierungsgebot für erneuerbare Energien). Alle Stellungnahmen zu Aufstellungen und Fortschreibungen von Raumordnungsplänen werden im Hinblick auf die Erfüllung der Klimaschutzziele dem Kreisausschuss zur Befassung vorgelegt.“

Klimaschutzziel 12

„Der Wetteraukreis strebt gemeinsam mit den Städten und Gemeinden des Kreises an, aktiv den Klimaschutz voranzutreiben. Er unterstützt diese dabei fachlich, u. a. eine neutrale Energieberatung vor Ort aufzubauen.“

Klimaschutzziel 13

„Der Wetteraukreis lobt einen Wettbewerb für besondere Leistungen zur Energieeinsparung und Erzeugung Erneuerbarer Energien für Bürger/innen, Unternehmen und Kommunen im Wetteraukreis aus.“

Klimaschutzziel 14

„Der Wetteraukreis trägt zur Schaffung einer Wetterauer Identität für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei, u. a. durch Öffentlichkeitsarbeit, Messen, Vortragsforen, Aktionstage.“

Klimaschutzziel 15

„Der Wetteraukreis befürwortet den Ausbau der Windenergie und unterstützt den Austausch vorhandener Windkraftanlagen durch leistungsstärkere Anlagen (Repowering). In der Regionalplanung sowie der kommunalen und regionalen Flächenplanung wird die Ausweisung von weiteren Windkraftstandorten befürwortet und positiv begleitet. Zur Förderung der Akzeptanz tritt der Landkreis frühzeitig in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.“

 

 

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