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Landrat Arnold und Erster Kreisbeigeordneter Betschel-Pflügel legen Klimaschutzbericht vor

Landrat Joachim Arnold, Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel-Pflügel und die beiden für das Thema Klimaschutz in der Kreisverwaltung zuständigen Mitarbeiter Jens Dölling und Stefanie Voß.

Mehr als 60 Seiten umfasst der zweite Klimaschutzbericht, den Landrat Joachim Arnold und Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel dieser Tage dem Ausschuss für Regionales, Umwelt und Energie vorgelegt haben. 

Fazit des umfangreichen Zahlenwerkes: Beim Opens internal link in current windowKlimaschutz ist die Wetterau besser aufgestellt als der Bundesdurchschnitt! „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen des ersten Klimaschutzberichtes“, waren sich Landrat Joachim Arnold und Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel einig.

Zusammengestellt wurde der Bericht von Stefanie Voß und Jens Dölling. Die beiden für das Thema Klimaschutz in der Kreisverwaltung zuständigen Mitarbeiter haben dabei nicht nur die Daten für die Liegenschaften der Kreisverwaltung zusammengestellt, sondern auch Daten zu erneuerbaren Energien von privaten und gewerblichen Erzeugern in der Wetterau zusammengetragen.

Hauptenergieträger im Bereich Strom, in Deutschland wie in der Wetterau, ist nach wie vor die Kohle mit 45,6 Prozent deutschlandweit und 41,1 Prozent im Versorgungsgebiet der OVAG (Wetteraukreis, Vogelsbergkreis und teilweise Landkreis Gießen). Der Anteil der Kernenergie ist in Deutschland auf 17,1 Prozent, OVAG-Gebiet 13,8 Prozent zurückgegangen. Der Anteil von Erdgas liegt bei  9,8 Prozent (OVAG 4,4 Prozent) und den sonstigen fossilen Energieträgern 3,2 Prozent deutschlandweit, in der Wetterau 2,8 Prozent.

Bei den erneuerbaren Energien in der Stromversorgung liegt der Anteil im Versorgungsgebiet der OVAG bei rund 38 Prozent, weit höher wie im Bundesgebiet (knapp 24 Prozent).

Das Ziel der EU, bis 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien für Strom und Wärme auf 27 Prozent zu erhöhen, kann  bei vorliegenden Werten und den aktuellen Klimaschutzbemühungen sicher erreicht werden.

Mehr als 3.000 Solaranlagen in der Wetterau

In der Wetterau gibt es mittlerweile mehr als 3.400 Solaranlagen (ohne Bad Vilbel, hier standen die Zahlen zum Netzgebiet der Stadtwerke Bad Vilbel nicht zur Verfügung). Insgesamt wurden mehr als 43,5 Millionen Kilowattstunden in das Netz eingespeist. Die zehn Windkraftanlagen im Wetteraukreis hatten eine installierte Leistung von 23.000 Kilowatt und speisten rund 30,5 Millionen Kilowattstunden ins Netz. Die Wasserkraft steuerte mit ihren sieben Anlagen in Büdingen, Butzbach und Ortenberg knapp 16 Millionen Kilowattstunden bei. Zudem gibt es 14 Biogasanlagen in der Wetterau, die Schweine- und Rindergülle, Pferde- und Rindermist, Mais- und Grassilage, Zwischenfrüchte, Zuckerrüben sowie Bioabfälle und Abfälle aus Fettabscheidern, überlagerte Lebensmittel, vertrocknete Backwaren, Biohausmüll und Grünschnitt verarbeiten und insgesamt rund 73 Millionen Kilowattstunden erzeugten. Sieben weitere Anlagen sind in der Planung. Dazu kommen noch 1.600 Wärmepumpen überwiegend in privaten Haushalten zur Energieeinsparung beitragen.

Systematische Schwachstellenanalyse

Energiemanagement hilft dem Klima und spart Geld. „Durch unser Energiemanagement verringern wir den Energieverbrauch und sorgen gleichzeitig für Einsparungen in beträchtlicher Höhe“, lobten Arnold und Betschel-Pflügel die Arbeit von Jens Dölling und Stefanie Voß. „Durch eine systematische energetische Schwachstellenanalyse werden wir Zug um Zug den Energieverbrauch und gleichzeitig den CO2-Ausstoß weiter senken“, kündigte Arnold an. Derzeit wird der generelle Einsatz von LED-Beleuchtungen in den Liegenschaften des Kreises geprüft. „Passivhausbauweise bei Neubauten sowie regenerative Heizungsanlagen, die mit Pellets oder Holzhackschnitzeln arbeiten, sind mittlerweile Standard und werden bei jeder Baumaßnahme auf Wirtschaftlichkeit geprüft“, ergänzte Betschel-Pflügel.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit von Voß und Dölling im Bereich des Klimaschutzes ist die Sensibilisierung der Nutzerinnen und Nutzer und diese für Energieeinsparungen zu gewinnen. Dafür werden zukünftig regelmäßige Vorträge und Schulungen durchgeführt.

Mehr Fläche, aber weniger Energieverbrauch

Um die Vergleichbarkeit von Verbrauchswerten in Liegenschaften über mehrere Jahre hinweg zu ermöglichen, werden zur Berechnung des Heizwärmebedarfs sogenannte Gradtagzahlen herangezogen. Sie stellen den Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur für die Heiztage eines Bemessungszeitraumes dar. „Erfreulich“, so Landrat Arnold, „seit 1990 ging der Gesamtverbrauch an Wärmeenergie um 34 Prozent zurück, bei gleichzeitiger Zunahme der Flächen in kreiseigenen Liegenschaften von 325.000 auf 400.000 Quadratmeter. Berücksichtigt werden dabei die 88 Schulen des Wetteraukreises, die Verwaltungsgebäude in Friedberg und Büdingen und sechs Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge. Verändert hat sich nicht nur der Verbrauch an Energie, sondern auch die Zusammensetzung der Energieträger selbst. So ist Öl nur noch drittstärkster Energielieferant nach Gas und Holz. Bei Öl ging der Verbrauch um 64 Prozent zurück, bei Gas waren es immerhin 41 Prozent. Dafür wird jetzt mehr Holz in Form von Pellets und Holzhackschnitzel in Heizungsanlagen verbraucht. Die Flächenzunahmen in den Schulen begründet Schuldezernent Betschel-Pflügel mit der Einführung von Ganztagsschulen, die nicht nur mit Mensen und Küchen, sondern auch mit Betreuungsräumen ausgestattet sind.

Klimaexperten bringen für die Schule bares Geld

Im Rahmen der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Projekt „Klimaexperten im Wetteraukreis“ auf den Weg gebracht. „Wir wollen zu einem sparsamen und sinnvollen Umgang mit Energie sensibilisieren“, erläuterte dazu Schuldezernent Betschel-Pflügel. Dabei werden Unterrichtseinheiten zu Themen wie Klima und Energie durchführen und die Kinder spielerisch an das Thema heranführen. Dazu gehört auch ein Energiecheck des Schulgebäudes, bei dem Schwachstellen im Nutzerverhalten und mögliche Energiesparpotentiale aufgezeigt werden sollen. Die eingesparten Kosten kommen den Schulen zugute. 

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veröffentlicht am: 04.11.2014

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